Wallner_Logo_50Jahre

ZVR: 014929960

Anton Wallner

Platzhalter-Bild Platzhalter-Bild Platzhalter-Bild Platzhalter-Bild

Anton Wallner wurde wahrscheinlich um 1758 in Krimml / Wald als neuntes von 12 Kindern der Bauersleute am Hinterlehen geboren. Vier Jahre nach dem Tod seines Vaters übernahm Wallner 1780 das stattliche Gut, welches er elf Jahre später samt dem übrigen Besitz, den er von seinen Taufleuten und Vormund erhalten hatte, verkaufte. Inzwischen war 1785 die Eheschließung mit der Wirtstochter Theresia Egger aus Wald erfolgt, mit der er sechzehn Kinder bekommen sollte. Der Erlös aus dem Verkauf des elterlichen Anwesens diente zum Erwerb des Aichberger Wirtshauses im damals salzburgischen Markt Windischmatrei.

1797 begann Wallners militärische Tätigkeit als Führer der Landesschützen von Matrei gegen die Franzosen  bis Brixen. Sieben Jahre später nahm er freiwillig am ganzen Feldzug gegen diese Teil. 1807 siegte er beim Kaiser-Schießen in Graz, wofür ihn Kaiser Franz persönlich beglückwünschte.

1809 rückte Anton Wallner als Unterleutnant der Matreier Schützen-Kompanie zur Verteidigung der Loferer Pässe Luftenstein, Pass Strub, Hirschbichl, Steinpass, Melleck und Botenbühel aus. Später wurde er von Andreas Hofer zum Oberkommandanten im Pinzgau ernannt. Während die Mittersiller Schützen die Pässe Luftenstein und Hirschbichl besetzten, rückten die Kompanien von Zell am See, Taxenbach und Saalfelden nach. Wallner übergab das Kommando und bereiste den Pongau, um Nachschub zu organisieren. Am 8. Juli gelang es ihm,  alle wehrfähigen Pongauer nach Radstadt sowie alle Pinzgauer nach Weißenbach einzuberufen. Für Verpflegung und Munition hatten die Schützen zumindest für den Zeitraum von fünf Tagen selbst zu sorgen.

Am 27. Juli erfolgte Wallners großer Einsatz. Nach einem Waffenstillstand und der Übergabe des Passes Lueg marschierten die Franzosen und Bayern ins Land ein. Es kam zum Kampf an der „Langen-„ oder „Halbstunden-Brücke“ bei Taxenbach, die sich zum Widerstand als sehr günstig erwies. Dort gelang es ihm,  eine Übermacht von gegnerischen Soldaten mehrere Stunden lang aufzuhalten. (siehe „Das Gefecht an um die Halbstunden – Brücke“). Nach Matrei zurückgekehrt, bezeugtem ihm drei französische Offiziere große Bewunderung.

Nachdem die Pinzgauer und Tiroler Schützen die Bayern bis nach Unken zurückgedrängt hatten, half Anton Wallner in der Heimat den Pustertalern, die Franzosen bis nach Lienz zu zwingen. Die Franzosen hatten zuvor den Friedensvertrag vom 14. Oktober gebrochen. Wallner wurde für vogelfrei erklärt und zugleich wurde auf seinen Kopf eine Prämie von tausend Gulden ausgesetzt. Er floh daraufhin, ausgestattet mit einem Hausierer-Pass eines Wiener Teppichhändlers, über den Felber Tauern nach Wien.

Aus Zorn über die gelungene Flucht Wallners plünderten die Franzosen sein Haus in Matrei und vernichteten seinen Besitz. Bald darauf traf in Wien das Gerücht ein, dass auch seine gesamte Familie von den Soldaten ermordet wurde. Diese falsche Nachricht traf Wallner so sehr, dass er in ein schweres  Nervenfieber verfiel.

Fünf Tage vor Erschießung Andreas Hofers in Mantua, am 15. Februar 1810, erlag Anton Wallner  im Wiener Allgemeinen Krankenhaus dem Nervenfieber.

Die Familie Wallners wurde des Landes verwiesen, die Lage der Grabstätte Anton Wallners ist bis dato unbekannt.

 

 

Entnommen aus:

 Jubiläumsfestschrift Wallnerschützen Taxenbach und TMK Taxenbach von 2001

Felix Redolf “Das Gefecht an der Halbstunden - Brücke bei Taxenbach 1809”

veröffntlicht auf der Homepage des Salzburger Wehrgeschichtlichen Museums sowie

SalzburgWiki

Platzhalter-Bild
Redolf-23